Die Leiden der Sysops Part 1


By rakekniven - Posted on 07 August 2009

Diese tollen Geschichten sollten auf jeden Fall für die Nachwelt gesichert werden.

Teil 2 | Teil 3

Die Leiden der Sysadmins, Sysops, Netzwerkverwalter und anderer Rechnerknechte

Teil 1
Ein älterer Herr kommt vorbei, lächelt gewinnwollend und fragt mich, ob er bei uns "das Internet" nutzen könne, er sei von der Berufsschule X und das Netz funktioniere gerade nicht. Auch ein Sysop hat mal freundliche Tage, und so loggte ich ihn unter dem Gastaccount ein, mit der Bitte um Verschwiegenheit. So gut. Einige Tage kommt er wieder vorbei und fragt mich nach einem dauerhaften Account. Ich verneine, da er nicht einmal zur Universität gehört und außerdem, wie er sagte, nur billige PC-Angebote sucht. Da greift er in seinen Anzug, holt die Brieftasche hervor und will mir mit den Worten "Sie können da bestimmt was ausrichten!" 10 Mark (in Worten: zehn) in die Hand druecken. So schlecht, daß ich so ein Angebot annehmen würde, wird man nicht einmal im öffentlichen Dienst bezahlt... Ich habe ihn daraufhin gebeten, lieber nicht noch einmal bei uns nachzufragen. Einige Tage später habe ich ihn im Rechnerpool der Juristen gesehen.
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Es kommt einer vorbei, der ganz dringend etwas benötigt. Ich sage ihm, daß das ein ganz schöner Programmieraufwand sei, ob er das denn könne...? Konnte er natürlicht nicht, aber es sei wirklich sehr dringend. Ob ich ihm denn nicht bitte helfen könne? Ich nehme mir also zwei Abende nichts vor und programmiere ihm sein Programm. Auf meine Vollzugsmail kam keine Antwort. Eine Woche später traf ich ihn auf dem Gang an und fragte, ob er mit dem Programm zurecht kam. "Ach, das brauchte ich dann doch nicht mehr, hat sich sich gleich nachdem ich bei Ihnen war erledigt."
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Idioten:
Unser extremster Student:
Er erstellte eine Homepage (indem er eine andere klaute und die Texte änderte) und ärgerte sich wahrscheinlich über die wenigen Zugriffe. Deswegen postete er in Sex-Newsgruppen, daß es bei ihm Pornobilder gäbe (gab es natürlich nicht). Das erhöhte natürlich die Zugriffszahl, brachte ihm aber den Ärger des Sysops ein. Der sagt ihm, daß er sowas gefälligst nicht wieder tun solle, aber das stört unsern Studenten nicht, einige Wochen später wiederholt er das Posting. Einige Monate später läßt er Programme laufen, die News-Server nach Pornobildern abgrasen und bringt durch die häufigen, nichtprotokollgerechten Zugriffe die News-Server dauerhaft zum Absturz. Die Software dort mußte neu installiert werden. Nur zwei Wochen später läßt er einen IRC-Bot laufen, welcher auf dem Kanal #sexpics.de (oder so ähnlich, ich kenne mich damit nicht so aus ;-) Bildchen tauschen soll. Weil er dazu eine Maschine blockiert (Bildschirm gelockt) und das sowieso gegen alle Benutzerordnungen verstößt, wird er gesperrt. Eine Woche später hat er seinen Account wieder. Er hackt den Zugang einer Mitarbeiterin (nicht 'hackt', wir hatten damals noch Standard-Paßwörter) und legt dort eine Homepage an, auf der er gecrackte Software anbietet. Das ganze sehr konspirativ, so daß es eine gute Stunde dauert, bis wir den Übeltäter herausbekamen. Das Nutzen eines fremden Zugangs und vor allem das Anbieten gecrackter Software ist eigentlich ausreichend, um ihn für immer verbannen zu lassen, er wird also wieder gesperrt. Am nächsten Tag sitzt er wieder am PC und benutzt den Account eines Freundes. Daraufhin angesprochen meint er nur "jaja, bin bald fertig". Dieser Account wurde auch gesperrt. Wenige Tage später loggt sich der Student von außen ein - unter dem Namen unseres Hardware-Accounts. Gesehen haben wir ihn hier nicht mehr, so muß er doch wenigstens ein schlechtes Gewissen haben. Lustig ist unser Student aber auch: Einmal kam er in unser Büro und meinte nur "vom PC xyz ist das BIOS kaputt!". Also riefen wir unseren Hardwareexperten, und der fand schnell heraus, warum der Rechner nicht bootete: unser Student hatte seine Aktentasche auf die Tastatur gelegt.
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Einer, der aus mir nicht bekannten gruenden als Experte gilt, schafft es immer wieder, seinen PC (wann werden die endlich verboten?) zu verbiegen und sich dann bei uns über unserer mistige Technik zu beschweren. Neuerdings schwärzt er uns sogar bei anderen an, daß wir nicht einmal einen kleinen PC wie seinen am laufen halten könnten. Bisher wuede dieser PC ein halbes Dutzend mal neu installiert.
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Trottel:
Sehr häufig kommen Fragen in der Art: "Sie sind doch hier der TeX-Experte? Also, ich habe da zu Hause meinen Computer, da habe ich das EMM386 und die HIMEM.SYS in der Konfiguration und krieg da den Fehler, daß der Speicher zum TeXen nicht ausreicht..." oder: "Sie kenne sich doch gut mit dem WWW aus. Immer, wenn ich Netscape starte, stürzt bei mir zu Hause der PC ab..." Es ist mir wirklich rätselhaft, daß es für viele Leute so schwer ist, ein Betriebssystem von einer Anwendung zu unterscheiden. "Haben sie jetzt mal eine Viertelstunde Zeit? Ich habe nämlich gar keine Ahnung von Computern, ich habe nur mal am PC meines Sohnes gespielt. Können Sie mir da schnell mal Unix erklären, und wie man da programmiert? Ach, wo wir einmal dabei sind, eine kurze Einführung in TeX können Sie mir da sicher auch geben, ich habe ja gehört, das soll sehr gut sein. Und das ist nämlich dringend, bis nächste Woche soll ich da meinen Bericht abgegeben haben, und die Mails kamen immer nicht richtig an, obwohl ich meine Berichte doch mit Wordperfect geschrieben habe..."
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Manchmal verblüfft es mich auch, wieviel uns manche Nutzer zutrauen: Nutzer am Telefon:"Wie geht denn die-und-die-Funktion in der algebraischen Spezialsoftware XYZ?" Ich:"Woher soll ich das wissen, schauen Sie doch ins Handbuch!" Nutzer: "Sie müssen sich doch mit den Programmen auskennen, die Sie laufen haben" Ich: "Wir haben hier hunderte Programme laufen, davon einige sehr große Spezialpakete, wie auch XYZ" Nutzer: "Aber in Düpfelpfingen kannte sich das RZ mit JEDEM Programm aus!" Ich: "Auch mit XYZ? Das ist noch nur für Mathematiker." Nutzer: "Natürlich! Die konnten bei jedem Problem helfen!" Das RZ in Düpfelpfingen muss sich m. E. einen ganzen Stab an Mathematikern, Programmieren und gelangweilten Freaks halten, denn normalerweise schafft es ein einzelner Mensch nicht, eine einzige Sprache oder komplexe Anwendung vollstaendig zu beherrschen.
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Date: Tue, 24 Jun 1997 19:59:37 +0200
From: XXXXX YYYYY

 

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