Der Siemens Memorybird unter Linux


By rakekniven - Posted on 26 Juli 2004

Ein wirklich cooles Ding von Siemens

Wenn mal schnell Datenmengen von 2 ... 100 Mbyte von PC zu PC transportiert werden müssen, bediente man sich bisher meist einer ZIP-Diskette – vorausgesetzt beide PCs verfügen über solch ein Laufwerk oder man schleppte ein portables Gerät für die Druckerschnittstelle mit sich herum. Auch eine CD-R oder CD-RW ist natürlich als Datenspeicher geeignet, aber das Brennen ist zeitraubend und der Datenträger sperrig. Findige Köpfe haben nun die in Digitalkameras längst bewährten Flash-Speicherkarten für den Anschluss an die an allen modernen PCs vorhandene USB-Buchse mit einer geeigneten Peripherie versehen. Auf der CeBIT gab es schon Prototypen aus Fernost zu sehen, in Deutschland gibt es die praktischen Datencontainer für die Westentasche z. B. unter dem Namen Memorybird.

Es handelt sich dabei um Flash-EPROMs mit der zugehörigen Peripherie-Elektronik für die USB-Schnittstelle in einem kleinen kompakten Gehäuse. Die Vorteile dieses Speichermediums liegen auf der Hand: universeller Einsatz, keine Belegung eines PC-Slots, kein aufwendiges Umrüsten des Rechners, ein ZIP-Laufwerk wird überflüssig, sofern der "Datenspender"- und der "Datenempfänger"-PC über Windows 98 oder höher und einen USB-Anschluss verfügen. Das silberfarbene abgerundete Gehäuse mit einem Schutzdeckel ist nur 85x28x15 mm groß, eine rote LED zeigt die Betriebsbereitschaft an, ein kleiner Schiebeschalter aktiviert den Schreibschutz. Der Memorybird läuft unter USB 1.1 und ist mit einer Kapazität von 16, 32, 64 und 128 MB erhältlich. Durch die geringe Stromaufnahme von nur 40 mA lässt sich der Memorybird aus dem USB-Port versorgen und ist daher besonders für den mobilen Einsatz geeignet.

So, nun das interessantere : Den Memorybird unter Linux betreiben.

Habe das ganze mit SuSE 7.3 (2.4.10) probiert , ohne Probleme. Mit neuren Kernels sollte es ebenfalls problemlos funktionieren.
Danke auch an Linux User.

Meine Kernelausgaben beim Einstecken des Birds ( /var/log/messages angucken).

Jan 25 19:26:37 ibm kernel: hub.c: USB new device connect on bus1/1, assigned device number 2 
Jan 25 19:26:37 ibm kernel: usb.c: USB device 2 (vend/prod 0xd7d/0x100) is not claimed by any active driver. 
Jan 25 19:26:37 ibm kernel: Initializing USB Mass Storage driver... 
Jan 25 19:26:37 ibm kernel: usb.c: registered new driver usb-storage 
Jan 25 19:26:37 ibm kernel: scsi0 : SCSI emulation for USB Mass Storage devices 
Jan 25 19:26:37 ibm kernel: Vendor: Model: Memorybird Pro Rev: 1.05 
Jan 25 19:26:37 ibm kernel: Type: Direct-Access ANSI SCSI revision: 02
Jan 25 19:26:37 ibm kernel: Attached scsi removable disk sda at scsi0,channel 0, id 0, lun 0 
Jan 25 19:26:37 ibm kernel: SCSI device sda: 128000 512-byte hdwr sectors (66 MB) 
Jan 25 19:26:37 ibm kernel: sda: Write Protect is off 
Jan 25 19:26:37 ibm kernel: sda: sda1 
Jan 25 19:26:37 ibm kernel: WARNING: USB Mass Storage data integrity not assured 
Jan 25 19:26:37 ibm kernel: USB Mass Storage device found at 2 
Jan 25 19:26:37 ibm kernel: USB Mass Storage support registered. 
Jan 25 19:26:37 ibm insmod: Using /lib/modules/2.4.10-4GB/kernel/drivers/usb/storage/usb-storage.o
Jan 25 19:26:37 ibm insmod: Symbol version prefix '' xt}

Interessant sind unterstrichenen Bereiche. Oben steht das eine SCSI- Emulation für das USB-Gerät erfolgt. Weiter unten steht das das Gerät als sda ansprechbar ist und das bereits eine Partition auf dem Bird ist, nämlich sda1.

Damit nun jeder user (auch ohne root-rights) den Bird nutzen kann habe ich einen Ordner namens /memorybird erzeugt und folgende Zeile meiner fstab hinzugefügt.

/dev/sda1 /memorybird auto rw,noauto,user,noexec 0 0

Das mounten des Birds geht nun sehr leicht von der Hand :

smaug:~ # mount /memorybird

Sehr einfach nutzen kann man den Bird auch mit den mtools. Mir als DOS-Liebhaber gefallen die Befehle sehr gut.

Doch zuerst muss noch die Datei /etc/mtools.conf editieren. Auch müssen die Zugriffsrechte für /dev/sda1 entsprechend gesetzt werden.

# First SCSI hard disk partition
drive c: file="/dev/sda1"

Nun kann ich den Bird als Laufwerk C ansprechen.

Mit folgendem Befehl wird mein kalender auf den Bird kopiert :

smaug:~ # mcopy kalender.ics c:

Weitere verfügbare Befehle sind :

mcd, mdir, mdel, mdeltree, mformat, mmd, mmove,mren

Allgemeines :

Während des Schreibens blinkt der Bird, solange die kleine rote Lampe nicht dauerhaft erlischt den Bird nicht abziehen.
Auch den Bird nicht abziehen ohne auf vollständiges unmounten gewartet zu haben (nicht bei den mtools).
Preise kenne ich keine da überall Unterschiedliche genannt wurden.

Noch ein Hinweis für die Unbelehrbaren oder M$-Gezwungenen :

Der erforderliche Treiber ist in Windows Me/2000/Xp schon enthalten, für Windows 98 liegt eine entsprechende Diskette der Packung bei. Ferner gibt es ein USB-Verlängerungskabel für den Fall, dass die Anschlussbuchse schlecht erreichbar ist. Nach unseren Erfahrungen wird das Gerätchen nach dem Einstecken sofort als Wechseldatenträger erkannt und die Daten können problemlos vom Speicher geholt bzw. auf den Speicher transferiert werden. Übelgenommen wird allerdings ein Herausziehen aus der Buchse während eines Transfers, Windows meldet einen Ausnahmefehler und muss neu gestartet werden!

Links

http://www.fujitsu-siemens.de/rl/produkte/peripherie/peripherie/memorybird.html

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